Interview mit dem Bürgermeister von Velbert

Birdy: Guten Morgen, Herr Bürgermeister. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und zu einem Interview an unsere Schule gekommen sind.

Herr Lukrafka: Ich danke euch Kindern für die Einladung!

Birdy: Legen wir direkt los: Ich will Bürgermeister werden – wie mache ich das?

Herr Lukrafka: Du musst mindestens 21 Jahre alt sein und darfst keine Straftaten begangen haben. Dann brauchst du bei uns in Velbert mindestens 700 Unterstützer-Unterschriften entweder aus deiner Partei, oder, falls du nicht in einer Partei bist, eben 700 andere Unterschriften von Menschen, die dich unterstützen möchten. Damit kommt man auf eine Liste, auf der alle Kandidaten stehen, die man in Velbert wählen kann.

Birdy: Wozu braucht man überhaupt einen Bürgermeister?

Herr Lukrafka: Der Bürgermeister managt die Stadt. Das heisst, er leitet sie. Und außerdem repräsentiert er die Stadt. Es gibt noch drei stellvertretende Bürgermeister, die mich bei der Arbeit unterstützen.

Birdy: Wollten Sie schon immer Bürgermeister werden?

Herr Lukrafka: Nein. Ich hatte erst angefangen Maschinenbau zu studieren. Dann habe ich eine Ausbildung zum Betriebskaufmann gemacht. Und dann habe ich Jura studiert. Daran Bürgermeister zu werden, habe ich überhaupt nicht gedacht. Der Wunsch kam erst, als ich bei der Stadt gearbeitet habe.

Birdy: Dürfen sie alles alleine entscheiden?

Herr Lukrafka: Ich darf kleine Dinge entscheiden. Bei größeren Angelegenheiten brauche ich eine Antwort bzw. die Unterstützung vom Rat der Stadt.

Birdy: Sie waren auf Wahlplakaten mit anderen Menschen zusammen zu sehen. Wie kam es dazu?

Herr Lukrafka: Das waren Mitglieder des Rates der Stadt. Wir wollen zeigen, dass in der Stadt im Rat gemeinsam gearbeitet wird.

Birdy: Was tun Sie für uns Kinder?

Herr Lukrafka: Im Grunde ist alles was wir in der Stadt tun für die nächste Generation. Schulen bauen und instand halten, Naturzentrum, Kindergärten ausbauen, Grünflächen anlegen, Bäume pflanzen, die dem Klimawandel standhalten. Allein für die Schulen haben wir in den letzten 10 Jahren 200 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt aus Steuern, die Bürger und Firmen bezahlen.

Birdy: Unsere Schule wurde vor 56 Jahren für 250 Schülerinnen und Schüler gebaut. Heute sind wir über 500 Kinder. Warum gibt es nicht mehr Räume für uns?

Herr Lukrafka: Die Schule ist im Laufe der Zeit immer erweitert worden. Sie ist jetzt größer als vor 56 Jahren. Aktuell werden keine weiteren Räume angebaut, da die Stadt jetzt schon weiss, dass die Schülerzahlen in fünf Jahren wieder abnehmen wird. Das sehen wir an den Geburtenraten.

Birdy: Aber der Schulhof ist nicht größer geworden. Kann man den nicht erweitern?

Herr Lukrafka: Eine Erweiterung des Schulhofs ist schwierig, da Flächen entsiegelt werden sollen. Das heißt, wir brauchen mehr Grünflächen und weniger Beton.

Birdy: Stimmt es, dass auf unserer Wiese ein Parkhaus gebaut werden soll?

Herr Lukrafka: Nein. Nicht auf euerer Wiese, sondern eventuell auf dem Parkplatz.

Birdy: Wenn dann aber so viel mehr Autos in das Parkhaus fahren, ist das nicht für uns Kinder und unseren Schulweg gefährlich?

Herr Lukrafka: Im Gespräch ist eine neue Turnhalle mit größerer Tribüne. Die Parksituation rund um das Parkhaus betrifft nur Veranstaltungen dort und nicht den Schulbetrieb.

Birdy: Haben Sie als Bürgermeister einen Dienstwagen?

Herr Lukrafka: Ja, ich habe einen Dienstwagen, der aber nicht für private Zwecke benutzt werden darf. Privat habe ich dennoch kein Auto.

Birdy: Sie sind Mitglied in 18 Institutionen. Wozu ist das gut und wie schafft man das alles?

Herr Lukrafka: Es ist wichtig, als Bürgermeister alle Fäden zusammenzuhalten, ein Gefühl für die Wirtschaft in der Stadt zu haben. Zum Beispiel über den Kontakt zur Sparkasse. Manche sind auch wichtig für städtische Entscheidungen, zum Beispiel, wenn es um die technischen Betriebe der Stadt geht. Der Städte- und Gemeindebund ist für die Zusammenarbeit der Gemeinden auch ganz wichtig.
Und was die Arbeitszeit angeht: Ich habe als Beamter eine Wochenarbeitszeit von 41 Stunden. Überstunden müssen vom Rat der Stadt genehmigt werden. Ansonsten handelt es sich, wie bei eueren Lehrern auch, um Dienstverpflichtungen.

Birdy: Zum Abschluss noch eine ganz hitzige Frage. Manchmal wird es im Sommer in unserer Schule sehr heiß. Wäre es nicht möglich, die Wände zu begrünen, damit es kühler bleibt?

Herr Lukrafka: Das wäre sehr aufwändig und leider zu teuer. Man bräuchte dazu Bewässerungssysteme und regelmäßige Pflege und Wartung.

Birdy: Wir bedanken uns ganz herzlich für das nette Gespräch!

Herr Lukrafka: Es war ganz toll bei euch. Ich finde es großartig, wie gut ihr schon über alles Bescheid wisst und wie gut ihr vorher schon recherchiert habt. Vielen Dank für die Einladung!

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